Die Süßkirsche gehört, wie viele unserer Obstarten, zu den Rosengewächsen. Die Heimat der Urform, der Vogelkirsche, ist in Europa und Vorderasien. Die ersten Kultursorten sind wahrscheinlich in Vorderasien entstanden und wurden von dort von den Römern nach Italien gebracht. Bereits im 2. Jahrhundert wurde die Süßkirsche am Rhein kultiviert.

Die Süßkirsche kann in die Sortengruppen Herzkirsche mit weichem Fruchtfleisch und Knorpelkirschen mit festem Fruchtfleisch eingeteilt werden, wobei die Herzkirschen meist früher reifen als die Knorpelkirschen.

Die Reifezeit der Süßkirschen wird in Kirschenwochen angegeben, wobei eine Kirschenwoche meist 14 Tage umfasst. Die erste Kirschenwoche startet meist vom 01. bis 15. Mai.

Bei den heutigen kleineren Hausgärten kann in der Regel kein Kirschbaum auf stark wachsender Unterlage (Wurzel) gepflanzt werden. Es wurden daher schwachwuchs auslösende Unterlagen gezüchtet. Daher ist es heute leicht möglich mehrere Kirschbäume in folgender Reife auch in kleinen Gärten zu pflanzen. Auf der Unterlage GISELA 5 werden die Bäume nur ca. 2,50 m hoch und können auf Pflanzabstände von 1,00 m gepflanzt werden.

Die Süßkirsche ist in Form und Farbe sehr variabel, die Farbpalette reicht von Wachsgelb (Dönissens Gelbe) bis fast schwarz. Der größte Schädling ist die Kirschfruchtfliege. Die Fliege kann alle Früchte von Sorten ab der 5. Kirschenwoche mit Eiern belegen, die dann die Frucht vermaden. Es sollten daher am besten Frühsorten bis zu 4. Kirschenwoche gepflanzt werden, um der Kirschfruchtfliege möglichst aus dem Weg zu gehen.

Süßkirschen sind in der Regel selbstunfruchtbar. Es wird daher ein geeigneter Befruchter benötigt, wobei verschiedene Sorten untereinander sich oft nicht befruchten können (Intersterilitätsgruppen). Es gibt jedoch neuere Sorten aus Kanada, die selbstfruchtbar sind, es wird dann kein weiterer Befruchter in der Nähe benötigt.

Earlise: 1. Kirschenwoche, selbstfruchtbar, rote Farbe, angenehmer Geschmack.
Burlat: 1. – 2. Kirschenwoche, selbstunfruchtbar, dunkelrote Farbe, sehr große Frucht, süßer Geschmack, festes Fruchtfleisch.
Celeste (Sumpacta): 3. Kirschenwoche, selbstfruchtbar, kaminrote Farbe, mittelfestes Fruchtfleisch, kleiner Stein, guter bis sehr guter, süßer Geschmack, bei langen Nässeperioden besteht Fruchfäulenanfälligkeit.
Maibigarreau: 3. Kirschenwoche, selbstunfruchtbar, hellgelb mit hellroter Sonnenseite, sehr süßer Geschmack.
Samba (Sumste): 4. Kirschenwoche, selbstfruchtbar, rote bis dunkelrote Farbe, guter bis sehr guter Geschmack, bei zu früher Ernte etwas säuerlich.
Dönissens Gelbe: 5. Kirschenwoche, selbstunfruchtbar, wachsgelbe Farbe, mittelgroße Früchte, platzt leicht bei Regen, kein Vogelfraß durch die gelbe Farbe, wird von der Kirschfruchtfliege befallen.

Bezugsquellen:

Baumschule Gräb, Bassenheimer Str. 49, 56220 Kettig, Tel. 02637-940173
Baumschule Weil, Konrad-Adenauer-Str. 11, 55218 Ingelheim, Tel 06132-43060
Baumschule Klemens, Außerhalb 17, 55218 Ingelheim, Tel. 06130-1480
Baumschule Ganther, Baumstr. 2, 79369 Wyhl

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